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Schlangengift in der
Naturheilkunde Die Verwendung von Substanzen und Giften
aus dem Tierreich für Heilzwecke ist
Jahrtausende alt. Vom Gift zum Heilmittel war es
noch ein langer Weg. Die Gifte der
Schlangen und anderer Tiere unterscheiden sich vor
allem in den verschiedenen Komplexen von Enzymen..
Es handelt sich um Wirkstoffe, die in den
Stoffwechselprozeß und die Funktionen
von Zellen eingreifen. Historisches
Erst ein Jahrhundert nach Herings Einführung von Schlangengiften in die Homöopathie gelang es (1937) Dr. Waldemar Diesing nach umfangreicher Forschung die Schlangengifte von ihren Eiweißbrücken zu befreien (dem Lösungsfluidum der Giftdrüse), womit der Gesamtkomplex der Schlangengiftenzyme der Heilkunde zur Verfügung stand; denn vordem enthielt das Rohgift 85 % Eiweiß, was einen therapeutischen Einsatz unmöglich machte (nur in homöopathisch stark verdünnter Form). Dr. Waldemar Diesing ist als Pionier der Schlangengifthterapie zu bezeichnen. Bei den Reintoxinen, die als Arzneimittel eingesetzt werden, handelt es sich um reine Enzymkomplexe (vom stark eiweißhaltigen Gift befreit),die mit einem speziellen fermentativen Verfahren vornehmlich aus Schlangen-, aber auch aus anderen Tiergiften, gewonnen werden. Alle Schlangengifte enthalten etwa 35-50 verschiedene Enzymarten, wobei die Zusammensetzung der Enzyme sehr unterschiedlich ist, damit natürlich auch die jeweilige therapeutische Einsatzmöglichkeit. Giftnattern In allen Nattern und Viperngiften sind
Toxine (Neurotoxine, Hämolysine,
Hämorrhagine, Koaguline, Kardiotoxine) und
Enzyme in verschiedenen Anteilen enthalten.
Gift als Heilmittel? Ob ein Gift giftig oder ein
Heilmittel ist, hängt nicht nur vom
Wirkstoff allein ab, sondern von dessen Menge und
Aufbereitung. Deshalb soll nicht unerwähnt
bleiben, daß die Reintoxin- Enzymkomplexe im
Mengenverhältnis homöopathischen
Dosierungen (etwa D6, in der forte Form D4)
entsprechen, weshalb eine Überdosierung,
geschweige denn eine Vergiftung, unmöglich
ist.
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